|
 |
Das Magratal folgt der Grenze zwischen Ligurien
und der Toskana, und wegen eben dieser Lage, wurde es mit einem wichtigen
Autobahn- und Eisenbahnnetz ausgestattet und verfügt ausserdem über
einen Tourismusflughafen in Luni.
Santo Stefano Magra
Fährt man von La Spezia aus über den Anstieg von Buonviaggio
trifft man auf Hügel, Valeriano aber vor allem das antike Vezzano
Ligure, das auf den Magrafluss blickt, auf einem einsamen Hügel
Bolano, das Richtung der Lunigiana weist.
Hat man den Fluss überquert, kommt man nach S. Stefano Magra (mit
einer Kirche aus dem 17. Jhdt.). Von hier aus führt die antike Cisa-Strasse
von einer Seite aus Richtung Lunigiana, von der anderen Seite Richtung
Sarzana und Magratal. Die Aufwertung und die Leistung der Qualität
der Lunigiana sind Teil einer Initiative für ein viel weitläuferiges
Programm, das sich "Vetrina Toscana" nennt.
Dieses Projekt wurde von der Region Toskana ins Leben gerufen und durch
ein eigenes Regionalgesetz besonders aufgewertet. Das Ziel des Projektes
ist es, die Vermarktung der Qualitätsprodukte anzukurbeln, welche
in den Geschäften der Lunigiana gekauft werden können. Man
will somit die Vitalität eines "schwächeren" Distributionsnetzes
erhalten, welches trotzdem in der Lage ist, eine entscheidende Rolle
im Bereich Versorgung und Dienstleistungen zu spielen. Und tatsächlich
ist die Anzahl der kleinen Geschäfte der Lunigiana beachtlich -
hier können die Einwohner und Touristen Spezialitäten dieser
wunderschönen Gegend kaufen.
Das Magratal, Herz dieser historischen Region
Lunigiana, erscheint dem Besucher, der von der Cisa herunterkommt,
wie ein grosses Amphitheater, das sich im Frühling und Sommer in üppigem Grün und im
Herbst in den tausend Farben seiner weiten Wälder präsentiert.
Im Winter verwechselt man hin und wieder die weissen Marmorgifpel der
Apuanen mit dem weissen Schnee der Apenninen. Dieser natürliche
Landstrich bietet eine unerwartete und überraschende Vielfalt an
Landschaften: die weiten Wiesen mit Heideland und das Weideland wo das
wertvolle "Zerasca" Schaf lebt; die Hügel mit den Olivenhainen,
die Weinberge und Häuserscharen, die vom strengen Profil von mehr
als hundert Schlössern dominiert werden; der Talgrund mit dem Magrafluss,
der sich laut Mario Tobino - wie ein silberner Aal schlängelt
Die Schlösser der Lunigiana mit fischreichem Wasser, das auch zum
Baden einlädt.
Das ist ein antikes Gebiet, das im Mittelalter
von bekannten Personen besucht wurde: Sigerico kam hier 994 über
die Frankenstrasse vorbei, die im Magratal mit dem Weg von San Jacopo
di Compostela zusammenlief und von der die Strasse Volto Santo nach
Lucca abzweigte.
Hier, zwischen den unebenen Bergen, kämpften die Römer lange
für einen Sieg über die "Apuanischen-Ligurier".
Diese stellten ihre Helden in Stein dar (Krieger
und Frauen mit üppiger
Oberweite, die sich heute im Museum von befinden) und liessen diese entlang
der Strassen und des Weidelandes "Wache halten".
Hier sahen die antiken Strassen und Wälder die Grausamkeiten des
letzten Weltkrieges, heldenhafte Partisantaten, die grosszügige
Gastfreundschaft der ländlichen Bevölkerung gegenüber
den Leuten.
Die Gastfreundschaft ist in der Lunigiana heilig: das erfuhr auch Dante:
er wurde von den Malaspina aufgenommen - ein wichtiges Geschlecht, das
die feudale Architektur durch eine grosse Anzahl von kleinen Lehen, die
die eleganten Städte Pontremoli und Fivizzano umgaben, geprägt
hat. Ein Gebiet, das viele Produkte bietet: seine schmackhaften Weine
waren bereits in der Vergangenheit berühmt für ihre feinen
Gerüche, zurückzuführen auf die grosse Vielfältigkeit
der Weinstöcke.
Die Kastanienwälder geben ein ausgezeichnetes Mehl, das in Wassermühlen
gemahlen wird, während der Wald Pilze, Heidelbeeren und Himbeeren
bietet. Der Olivenbaum, der hier unter schwierigen Bedingungen wächst,
erzeugt ein Öl, das auch Francesco Petrarca zu schätzen wusste,
und das man in den besten Geschäften findet. Die Lunigiana wird
dich mit ihren Naturschauspielen, ihren historischen Landschaften, mit
dem Treffen mit den Einheimischen und vor allem mit ihrer Küche
begeistern.
Egal, wo Du stehenbleibst, wenn Du ein traditionelles Lokalgericht bestellst,
wirst Du das alte Sprichtwort bestätigen, das besagt, dass die Seele
eines Volkes erkannt wird, indem man die Geschmäcker, Gerüche
und Farben dessen Küche entdeckt.
Sarzana und das Magratal
Sarzana ist ein lieblich anzuschauendes Städtchen mit einer Kathedrale,
die viele historische Schätze (v.a. Gemälde) beinhaltet - somit
ist sie Zeugin des romanisch-gotischen sowie des barocken Stils. Sarzana
sollte aber auch aufgrund anderer historischer Bauwerke besucht werden:
die Kirchen, S. Andrea, S. Francesco, die Kapuzinerkirche, die Paläste
(Picedi-Palast mit interessantem Tor aus Schmiedeeisen) und die Schlösser
(die Festung Firmafede und das Schloss Sarzanello, welches von Castruccio
Castracani in Auftrag gegeben wurde) und die Wachtürme. Die Stadt
ist bekannt für ihre berühmten Handwerkgeschäfte, die
sich mit Antiquitäten und Restaurierungsarbeiten beschäftigen.
Im August finden in den Strassen Sarzanas die
Nationale Antiquitätenmesse
sowie die "Soffitta nella Strada" eine echte Antiquitätenausstellung
statt. Fährt man weiter, gelangt man auf die Via Aurelia, die Richtung
Toskana führt. Die ersten wichtigen Städte nach Sarzana liegen
an der Grenze zu Carrara und sind Castelnuovo Magra (Reste des Malaspina-Schlosses,
in dem Dante, als Anwalt der Malaspina, 1306 den Frieden mit dem Bischof
von Luni unterzeichnete); Ortonovo mit seinen engen mittelalterlichen
Strassen und Nicola, ein sehr altes Dorf.
In der Nähe, ein Pilgerziel, die Wallfahrtskirche Mirteto. Die
wichtigsten künstlerischen und historischen Erinnerungen findet
man in Luni mit seinem römischen Amphitheater, den Resten der Stadt
und dem Archeologischen Museum, das 1988 rennoviert wurde, und wo immer
noch Ausgrabungen durchgeführt werden.
|
|
 |